Die Vision

Wasserretentionsbecken

Love the Earth | Love yourself | Love each other

Unsere Vision ist es, zunächst ein Seminar- und Ausbildungszentrum für Persönlichkeitsentwicklung, Permakultur, Wasserretentionslandschaften, Gemeinschaftsbildung, Kooperationskompetenz und Friedenskultur aufzubauen. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem alternative Lebensweisen ausprobiert werden können, an dem über die Fragen unserer Zeit geforscht wird, und an dem echte Alternativen erfahrbar werden. Dazu ist es notwendig, zunächst Räume zu schaffen, in denen das überhaupt möglich ist. Dies betrifft nachhaltige Technologien genauso wie neue Weisen des menschlichen Zusammenlebens und der Kommunikation. Wir sind in fast allen Bereichen unseres Lebens durch Traditionen und Gewohnheiten so stark geprägt, dass es höchste Zeit ist mit Phantasie, Liebe und Zuversicht neue Wege zu erforschen.

Wir möchten essbare Landschaften mit Permakultur kultivieren. Eine Wasserretentionslandschaft soll zeigen, wie der Wasserkreislauf der Erde geheilt werden kann. Es wird Möglichkeiten zur Erholung und persönlichen Weiterentwicklung in unterschiedlicher Form geben. Der Ort bietet eine unmittelbare Erfahrungsmöglichkeit der lebendigen Erde, inspiriert durch Persönlichkeitsenwicklung, Tanz, Musik, Kunst, Ritual und Kontakt zu den Elementen, den Mineralien, den Pflanzen und den Tieren.

Wir planen einzelne Behausungen für Besucher und Gäste, damit Menschen dort leben können, sich ausbilden, eine Zeit dort verbringen, mitarbeiten und mitgestalten.

Diese Vision ist entscheidend inspiriert von Aufenthalten und Kontakt zu den Menschen in Tamera, Portugal sowie im ZEGG Zentrum für experimenttelle Lebensgestaltung in Belzig südlich von Berlin. In Tamera ist das Heilungsbiotop I entstanden, wo große Teile der Vision bereits umgesetzt sind und gelebt werden. Wir brauchen mehr Orte auf der Welt, in denen diese verbundene Lebensweise direkt erfahrbar wird.

Zukunftsprojekte

Wasserretentionslandschaft

Lake No 1 in Tamera
Lake No 1 in Tamera, Healing Biotope, Portugal
Wir wollen in Living Gaia eine Wasserretentionslandschaft erschaffen. Die Planung dieser Wasserrückhalteflächen ist eine unserer Prioritäten. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Heilung des Wasserkreislaufs der Erde und sind damit ein Schlüssel zur Heilung im Allgemeinen. Wir planen, Seminare mit Sepp Holzer aus Österreich und Bernd Müller aus Tamera zu organisieren. Langfristig planen wir in Zusammenarbeit mit Tamera den Bau eines Ausbildungszentrums für Wasserrückhalteflächen.
 

Was ist eine Wasserretentionslandschaft?

Auszüge aus dem Text von Bernd Müller, Globaler Campus Studientext 401-00, Tamera:

Wüstenbildung durch falsches Wassermanagement
Wir Menschen haben das Wissen, wie man Wüsten und Halbwüsten wieder in lebendige Landschaften verwandeln kann, die von frischen Quellwasserströmen durchzogen sind. Die Wüstenbildung ist in den meisten Fällen kein natürliches Phänomen, sondern das Ergebnis eines falschen Wassermanagements im globalen Maßstab. Wüsten entstehen nicht wegen mangelnden Regens, sondern weil der Mensch Wasser falsch behandelt.
So sieht das gesunde Bild des Wasserkreislaufs aus: Der Regen, der auf die Erde fällt, wird von einer Humusschicht absorbiert, die ihn wie ein Schwamm aufsaugt. Vor der globalen Entwaldung und der industriellen Landwirtschaft gab es eine lebendige, fruchtbare Bodenschicht. Diese Humusbodenschicht, die von Pflanzen beschattet und bewurzelt wurde, saugte das Regenwasser auf und gab dem Wasser Zeit, in die tieferen Bodenschichten zu versickern und den Erdkörper aufzufüllen. Auf diese Weise fungierte ein gesättigter Erdkörper als Speicherorgan. Dort ruht das Wasser unterirdisch in verschiedenen Tiefen, manchmal über lange Zeiträume. Wir wissen immer noch wenig darüber, was mit dem Wasser dort unten in der Dunkelheit wirklich passiert. Was wir sagen können, ist, dass das Wasser dort reift, indem es sich selbst mineralisiert und Informationen aufnimmt. Diese Fähigkeit, Informationen aufzunehmen und zu speichern, ist eine der wesentlichen und geheimnisvollsten Eigenschaften des Wassers. In verschiedenen Tiefen der gesättigten Erde kühlt das Wasser unterschiedlich stark ab. Wo es am kältesten ist, steigt es als reifes Quellwasser wieder an die Oberfläche.

 

 

Heilung der Natur durch Wasserretentionslandschaften
Heute ist der Erdkörper, der Humusoberboden, von einem großen Teil der Erdoberfläche verschwunden. Der Erosionsprozess, insbesondere im letzten Jahrzehnt, ist so schnell und weit fortgeschritten, dass man von einer globalen Katastrophe sprechen kann. Deshalb dürfen wir uns nicht dadurch verzögern, dass wir Ökosysteme entwickeln, die erst nach dreißig, vierzig oder noch mehr Jahren eine dünne Humusschicht bilden. Wir brauchen diesen ausgleichenden Schwamm-Effekt früher. Um den Wasserkreislauf wieder zu schließen, müssen wir einen Weg finden, wie das Wasser trotz der fehlenden Oberbodenschicht von der Erde aufgenommen werden kann. So entstand die Idee der Wasserretentionslandschaften.
Wasserretentionslandschaften sind Systeme zur Wiederherstellung des vollständigen Wasserkreislaufs, indem das Wasser in den Gebieten zurückgehalten wird, in denen es als Regen fällt. Eine Wasserrückhaltungslandschaft besteht aus einer Reihe von miteinander verbundenen Retentionsräumen, von der Größe eines Teiches bis hin zur Größe eines Sees, in denen sich das Regenwasser hinter einem aus natürlichem Material gebauten Damm sammeln kann. Die Retentionsräume selbst sind nicht mit Beton oder einer künstlichen Folie abgedichtet, so dass das Wasser langsam aber stetig in den Erdkörper diffundieren kann.
Der Begriff "Wasserrückhaltungslandschaft" ist immer mit dem Begriff der Naturheilkunde verbunden. Der Bau von Wasserretentionslandschaften ist eine aktive und wirksame Antwort auf die Zerstörung der Natur. Dieses Wissen haben wir in Tamera von dem österreichischen Permakultur-Spezialisten Sepp Holzer gewonnen, mit dem wir seit einigen Jahren intensiv zusammenarbeiten. Es gibt keine Regionen mit menschlicher Besiedlung, die für den Bau von Wasserretentionslandschaften ungeeignet sind. Überall dort, wo Ökosysteme zerstört oder degradiert wurden, können und sollen Wasserrückhalteflächen geschaffen werden, auf jeder Art von Land, in jeder Klimazone, an jedem Hang und vor allem in niederschlagsarmen Gebieten, wie sie hier besonders wichtig sind. Je weniger Niederschläge in einem Gebiet fallen und je größer die Zeitspanne zwischen den Regenperioden ist, desto dringlicher wird die Schaffung einer Wasserrückhaltungslandschaft.
Wasserretentionslandschaften sind der Heilungsimpuls, den die Erde und alle ihre Geschöpfe dringend benötigen. Und sie können und müssen überall dort entstehen, wo Menschen den Mut, die Kraft und natürlich auch das Wissen wiederfinden, um sie zu schaffen.
Das Wesen des Wassers kennen lernen
Der erste Schritt des Umdenkens beginnt mit einer neuen Wahrnehmung des Wassers selbst. Ein Wasserrückhalteraum ist nicht nur technisch zu verstehen, sondern existiert auch, um einer neuen Art von Ingenieuren das Wesen des Wassers näher zu bringen. Ein Wasserrückhalteraum muss so gestaltet werden, dass das Wasser nicht stagniert, sondern sich im Gegenteil seinem Wesen entsprechend bewegen kann.
Wasser ist nicht nur eine physikalische oder chemische Substanz, mit der der Mensch nach Belieben oder auch nur nach industriellen Normen umgehen kann. Wasser ist ein Lebewesen. Wir modernen Menschen müssen lernen, das alles wieder zu verstehen. Die Gestaltung der Wasserrückhalteräume ist daher nicht willkürlich. Wir beobachten Wasser: Wie will es sich bewegen? Welche Uferformen mag es? Welche Temperatur und welche Temperaturunterschiede mag es? Möchte es Wellen bilden oder nicht? All diese Aspekte fließen in unsere Arbeit ein.
Wie jedem Lebewesen muss auch dem Wasser die Freiheit gegeben werden, sich seinem Wesen entsprechend zu bewegen. Wasser will rollen, wirbeln, krümmen und mäandern - dann bleibt es vital und frisch. Durch solche Bewegung reinigt es sich, gleichzeitig beruhigt es sich und hat Zeit, in den Erdkörper zu versickern.


Quelle: Studientext des Globalen Campus 401-00, Tamera