Wasser Retentionslandschaft

Lake No 1 in Tamera
See 1 in Tamera, Heilungsbiotop, Portugal

Wir planen auf Living Gaia die Anlage einer Wasserretentionslandschaft. Ihre Einrichtung ist uns sehr wichtig, und ihre Realisierung wird viele Jahre dauern. Wasserretentionslandschaften leisten einen entscheidenden Beitrag zur Heilung des Wasserhaushalts der Erde, und sind damit ein Schlüssel zur Heilung überhaupt. Wir werden auf Living Gaia Seminare mit Sepp Holzer aus Österreich und Bernd Müller aus Tamera durchzuführen, und darüber hinaus als Ausbildungszentrum für Wasserretentionslanschaften in Kooperation mit Tamera fungieren.

Was ist eine Wasserretentionslandschaft?

Auszüge aus dem Text von Bernd Müller, Global Campus Study Text 401-00, Tamera:

Wüstenbildung durch falsche Wasserwirtschaft. Wir Menschen haben das Wissen, wie Wüsten und Halbwüsten wieder zurückverwandelt werden können in lebendige Lanschaften, die wieder von quellfrischen Wasserläufen durchzogen werden. Wüstenbidlung ist in den meisten Fällen kein Natruphänomen, sondern die Folge von falscher Wassserwirtschaft in globalem Maßstab. Über 40 % der globalen Landmasse zählen heute zu den Trockengebieten. Wüsten entstehen nicht, weil es zu wenig regnet, sondern weil der Mensch das Wasser falsch behandelt.

Das heile Bild des Wasserkreislaufes sieht folgendermaßen aus: der Regen, der auf die Erde fällt wird dort von einer Schicht Humus aufgenommen, die ihn wie ein Schwamm aufsaugt. Vor der globalen Abholzung und der industriellen landwitschaftlichen Nutzung gab es fast auf dem ganzen Planeten eine durchlebte humose Bodenschicht. Die durchwurzelte und von Pflanzen beschattete Humus-Schicht saugte sich mit Regenwasser voll und gab ihm so Zeit, in tiefere Erdschichten zu sickern und den Erdkörper mit Wasser aufzufüllen. So entstand ein gesättigter Erdkörper als Speicherorgan. Dort unter der Erde ruht das Wasser in verschiedenen Tiefen, manchmal über lange Zeit. Dort reift es, indem es sich mineralisiert und Informationen aufnimmt. Diese Fähigkeit, Informationen aufzunehmen und zu speichern, gehört zu den wesentlichen und geheimnisvollen Kräften des Wassers. In der gesättigten Erde kühlt das Wasser in unterschiedlichen Tiefen unterschiedlich ab. Da, wo es am kältesten ist, tritt es als gereiftes Quellwasser wieder an die Oberfläche.

Sepp Holzer und Bernd Müller erläutern den Bau, die Wirkung und die Grundgedanken zum Bau der Wasserretentionslandschaft: eine lokale und natürliche Lösung für das globale Problem des gestörten Wasserhaushaltes.

Naturheilung durch Retentionslandschaften

Heute ist der Erdkörper, der humose Mutterboden, zu einem großen Prozentsatz von der Erdoberfläche verschwunden. Der Erosionsprozess ist vor allem in den letzten Jahrzehnten so schnell und großlfächig vorangeschritten, dass man von einer globalen Katastophe sprechen kann. Deswegen können wir uns nicht damit aufhalten, Ökosysteme zu entwickeln, die erst in 30, 40 oder gar mehr Jahren wieder eine dünne Humuslage schaffen. Wir brauchen diesen ausbalancierten Schwammeffekt früher. Damit der Wasserkreislauf wieder vollständig wird, mussten wir etwas finden, wie das Wasser trotz des fehlenden Mutterbodens von der Erde aufgenommen werden kann. So entstand die Idee der Retentionslanschaften.

Retentionslandschaften sind Systeme zur Wiederherstellung des großen Wasserkreislaufes, indem sie das Wasser dort zurückhalten (lat. retendere), wo es abregnet. Eine Retentionslanschaft besteht aus einer Reihe von miteinander verbunden Retentionsräumen (in der Größe von Teichen bis kleinen Seen), in denen sich das Regenwasser hinter einem Damm von Naturmaterialien sammeln kann. Die Retentionsräume selbst werden nicht mit Beton oder Folie abgedichtet, so das das Wasser langsam und stetig in den Erdkörper hinein diffundieren kann. Mit dem Begriff "Retentionslandschaft" ist immer das Konzept der Naturheilung verbunden. Der Aufbau von Retentionslandschaften ist eine aktive und wirklungsvolle Antwort auf die Zerstörung der Natur.

Es gibt keien von Menschen bewohnte Regionen, die für den Bau von Retentionslandschaften ungeeignet wären. Überall wo heute Ökosysteme und Landschaften gestört oder zerstört wurden, können und sollen Retentionslanschaften angelegt werden, auf jedem Boden, in jeder Klimazone, in jeder Hanglage und vor allem in Gebieten mit geringem Niederschlag. Hier sind sie ganz besonders wichtig. Je weniger Niederschlag in einem Gebiet fällt und je länger die Abstände zwischen den Regenfällten sind, um so dringender ist der Bau einer Retentionslandschaft. Aber auch in tropischen regenriechen Gebieten sind Retentionslandschaften ein großer Schritt zur Heilung. Sie ersetzen die empfindliche Humusschicht, die nach dem Abholzen de Regenwälder manchmal schon in einer einzigen Regensaison gänzlich weggewaschen wird. Und sie tragen druch ihr hohes Aufnahmevermögen an Wasser auch dazu bei, die fatalen Erdrutsche zu verhindern, die heute immer häufiger durch starke Regenfälle ausgelöst werden. So retten sie ganz direkt auch Menschenleben. 

Eine Retentionslanschaft ist der Heilungsimpuls, den die Erde und alle ihre Geschöpfe heute brauchen. Und sie müssen und können über all da entstehen, wo Menschen den Mut und die Kraft und natürlich das Wissen wiedererlangen, sie aufzubauen.

Das Wesen des Wassers kennenlernen

Der erste Schritt des Umdenkens beginnt mit dem Wasser selbst. Ein Retentionsraum ist nicht nur technisch zu verstehen, sondern ist dafür da, um den neuen Ingenieuren auch das Wesen des Wassers näher zu bringen. Ein Retentionsraum muss so gestaltet sein, dass sich in ihm das Wasser nicht anstaut, sondern ganz im Gegenteil seinem Wesen gemäß bewegen kann. Wasser ist nicht einfach nur ein physikalischer oder chemischer Stoff, den der Mensch ganz nach seinem Belieben oder gar nach industriellen Normen behandeln kann. Wasser ist ein Lebewesen. Wir modernen Menschen müssen erst lernen, es wieder ganz zu verstehen. Die Ausformung der Retentionsräume ist deswegen nicht willkürlich. Wir beobachen das Wasser: Wie möchte es sich bewegen? Welche Uferformen mag es? Welche Temperatur und welche Temperaturunterschiede mag es? Mag es Wellenbildung oder nicht? Alle diese Aspekte fließen in die Arbeit ein. Wie jedes Lebewesen braucht auch das Wasser die Freiheit, sich seinem Wesen gemäß bewegen zu dürfen. Wasser will sich einrollen, verwirbeln, schlingen, mäandrieren. Dann bleibt es vital und frisch. Durch die Bewegung reinigt es sich von selbst. Gleichzeitg kann es auch zur Ruhe kommen und hat Zeit in den Erdkörper einzusickern.

Quelle: Global Campus Study Text 401-00, Tamera