Schutz des Amazonas Regenwaldes-
das Tarayá-Projekt
Die Unterstützung der indigenen Völker Amazoniens schützt den Regenwald. Satellitenbilder zeigen deutlich, dass die Abholzung in den indigenen Territorien Brasiliens geringer und die Biodiversität höher ist als in anderen Gebieten.
Seit 1500 kämpfen Indigene für ihr Land und ihre Rechte. In Brasilien existieren zur Zeit 736 indigene Territorien, von denen einige noch im Prozess der Anerkennung befinden.
„Die Außenstehenden kommen hierher und auf einmal scheint es, als würde unser Wald aufgefressen“ Takia Awá
In den letzten Jahren haben sich die Übergriffe auf Schutzgebiete und indigene Territorien verschärft. Die schwache Durchsetzung von Gesetzen und der mangelnde Wille zur Ausweitung von Schutzgebieten stellen eine Bedrohung für die biologische Vielfalt und die lokale Bevölkerung dar. Diese Entwicklungen haben gezeigt, dass der Schutz nicht allein vom Staat abhängig sein kann. Im Jahr 2018 haben wir daher die Initiative zum Landkauf gestartet.
Gemeinsam mit unseren Partnern in Brasilien haben wir das Schutzgebiet Tarayá errichtet: Im Jahre 2023 gelang uns der Kauf einer Waldfläche von 16.000 Hektar (etwa so groß wie die Stadt Mannheim) in der Gemeinde Jordão, im Bundesstaat Acre. Das Land besteht größtenteils aus Primärwald und liegt am Tarauacá-Fluss. "Tarayá" haben die indigenen Bewohner des Gebietes diesen Fluss früher genannt. Das Gebiet dient dem Schutz der Biodiversität und der traditionellen Lebensweise der Huni Kuin. Außerdem werden hier 400.000 Tonnen CO₂ pro Jahr gespeichert - ein nicht geringer Beitrag für den weltweiten Klimaschutz.
Ribeirinhos
In Brasilien gehören sie zu den Povos da Floresta (Völker des Waldes) oder nativen Völkern. Sie sind die Nachkommen der versklavten Menschen, die von Afrika nach Brasilien gebracht wurden. Andere sind in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Höhepunkt des Kautschukabbaus in den Amazonas gekommen, um dort Arbeit zu suchen. Nachdem 1950 die Kautschukkrise begonnen hatte, verloren die meisten ihre Arbeit. Öffentliche Maßnahmen zur Unterstützung gab es nicht. Viele leben heute wie die Huni Kuin entlang der Flüsse und auch auf unter 10% des Tarayá Schutzgebietes. Obwohl sie über ein großes Wissen über die Fauna und Flora verfügen und sich gut mit Heilpflanzen auskennen, leben diese Gemeinschaften in wirtschaftlicher und sozialer Isolation und bleiben von öffentlichen Maßnahmen ausgeschlossen, die ihnen eine bessere Lebensqualität garantieren könnten.
Unkontaktierte indigene Gruppen
Die Region um Jordão verfügt glücklicherweise noch über großflächige zusammenhängende Waldgebiete. Sowohl auf brasilianischer als auch peruanischer Seite leben bis heute Gruppen von Indigenen in freiwilliger Isolation von der Außenwelt (isolados). Sie werden in regelmäßigen Abständen im Bereich des oberen Tarauacá-Flusses gesichtet, wo sich das Schutzgebiet befindet. In den letzten Jahren wurden sie aufgrund von Bergbauaktivitäten in Peru verstärkt nach Brasilien zurückgedrängt. Das Schutzgebiet ist also eine wichtige Pufferzone für den Schutz der isolados.
Biodiversität
Dank der isolierten Lage ist das Tarayá-Programm ein wichtiger Rückzugsort für bedrohte Flora und Fauna. Eine ausführliche Inventur der Biodiversität in 2024 hat die Bedeutung des Areals als Biodiversitäts-Hotspot bestätigt. Insgesamt wurden 434 Baumarten und 831 Tierarten identifiziert. Allerdings ist die Flora und Fauna akut durch Jagd und illegale Abholzung gefährdet. Mehrere Tierarten sind als gefährdet oder fast vom Aussterben bedroht eingestuft. Das Vorkommen endemischer Arten unterstreicht die ökologische Einzigartigkeit des Gebiets und macht die Dringlichkeit wirksamer Schutzmaßnahmen deutlich.
Das sind die nächsten Schritte
Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Cristais de Água, setzen wir folgende Projekte auf dem Land um:
Gründung einer Stiftung
Um das Land dauerhaft vor Ausbeutung zu schützen, wird es an eine Stiftung übertragen. Die Stiftung befindet sich derzeit in der Gründungsphase. Dem Stiftungsrat werden Vertreter des Huni Kuin, von Living Gaia e.V., unserer brasilianischen Partner und der in dem Gebiet ansässigen ribeirinho- Gemeinden angehören (ribeirinhos sind traditionell and den Flussufern lebende nicht-Indigene).
Biodiversitäts-Management
Das neu errichtete Schutzgebiet wird zur Erholung der Flora und Fauna in der Region dienen. Der erste Schritt war eine Inventur der Artenvielfalt, druchgeführt im April 2024. Darauf aufbauend erstellen wir gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung einen Management-Plan für die nachhaltige Nutzung.
Monitoring
Um das Gebiet dauerhaft vor illegaler Rodung und Wilderei zu schützen, werden wir es mithilfe von Satellitendaten und remote sensing überwachen. Zusätzlich wird die lokale Bevölkerung mithilfe von interaktiven Apps zum Monitoring beitragen.
Agroforstsystem und Ernährungssicherheit
Die Ernährungssicherheit vor Ort zu garantieren, ist von zentraler Priorität. Ein Plan für ein Agroforst-System wurde bereits erstellt. Derzeit wird das Projekt zusammen mit den Bewohnern des Landes umgesetzt. Darüber hinaus werden wir die Zucht von Kleintieren fördern, um den Jagddruck auf wildlebende Arten zu verringern.
Aufforstung
800 der 16.000 Hektar des Landes sind abgeholzt. Die noch bewaldete Fläche ist teilweise degradiert. Wiederaufforstung ist dringend erforderlich, um das Land vor Erosion zu schützen und die Artenvielfalt zu erhalten. Derzeit forsten wir in Zusammenarbeit mit unseren lokalen Partnern große Teile der ehemaligen Rinderweide auf. Einheimische Hartholzarten werden so vor dem Aussterben bewahrt, während Obstbäume zur Erhöhung des Einkommens und der Ernährungssicherheit der lokalen Bevölkerung beitragen.
Mehr über das Tarayá- Programm erfahren
Unterstützen Sie das Schutzprojekt Tarayá
Als gemeinnütziger Verein sind wir auf Spenden angewiesen.
Hier können Sie direkt das Schutzprojekt Tarayá unterstützen.
Geben Sie dazu im Feld "Betreff" das Stichwort "Taraya" ein.
Alle Spenden sind von der Steuer abzugsfähig.
Für eine Spendenquittung (ab €300.-) schicken Sie uns bitte eine E-Mail mit der Höhe des gespendeten Betrags und Ihrer Adresse an [email protected].
Spenden können Sie per Überweisung an unser Vereinskonto
Living Gaia e.V.
IBAN: DE48 4306 0967 1150 1986 00
BIC: GENODEM1GLS
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