Schutzprojekt Tarayá

Die Unterstützung der indigenen Völker Amazoniens schützt den Regenwald. Satellitenbilder zeigen deutlich, dass die Abholzung in den indigenen Territorien Brasiliens geringer ist als in anderen Gebieten.


In den letzten Jahren haben sich jedoch die Übergriffe auf Schutzgebiete und indigene Territorien verschärft. Die schwache Durchsetzung von Gesetzen und der mangelnde Wille zur Ausweitung von Schutzgebieten stellen eine Bedrohung für die biologische Vielfalt und die lokale Bevölkerung dar. Diese Entwicklungen haben gezeigt, dass der Schutz nicht allein vom Staat abhängig sein kann. Im Jahr 2018 haben wir daher die Initiative zum Landkauf gestartet. 

Gemeinsam mit unseren Partnern in Brasilien, dem Instituto Yubekã, haben wir das Schutzgebiet Tarayá errichtet: Im Jahre 2023 gelang uns der Kauf einer Waldfläche von 16.000 Hektar (etwa so groß wie die Stadt Mannheim) in der Gemeinde Jordão, im Bundesstaat Acre. Das Land besteht größtenteils aus Primärwald und liegt am Tarauacá-Fluss. "Tarayá" haben die indigenen Bewohner des Gebietes diesen Fluss früher genannt. Das Gebiet dient dem Schutz der Biodiversität und der traditionellen Lebensweise der Huni Kuin.

Unkontaktierte indigene Gruppen

 

Die Region um Jordão verfügt glücklicherweise noch über großflächige zusammenhängende Waldgebiete. Sowohl auf brasilianischer als auch peruanischer Seite leben bis heute Gruppen von Indigenen in freiwilliger Isolation von der Außenwelt (isolados). Sie werden in regelmäßigen Abständen im Bereich des oberen Tarauacá-Flusses gesichtet, wo sich das Schutzgebiet befindet. In den letzten Jahren wurden sie aufgrund von Bergbauaktivitäten in Peru verstärkt nach Brasilien zurückgedrängt. Das Schutzgebiet ist also eine wichtige Pufferzone für den Schutz der isolados. 

Das sind die nächsten Schritte

Gemeinsam mit unseren Partnern, dem Instituto Yubekã, setzen wir folgende Projekte auf dem Land um

Gründung der Stiftung Tarayá

Um das Land dauerhaft vor Ausbeutung zu sichern, wird es der Stiftung Tarayá übertragen. Tarayá ist der Name des Tarauacá-Flusses in der Sprache der Huni Kuin. Die Stiftung befindet sich aktuell im Prozess der Gründung. Im Stiftungsrat werden Repräsentant*innen der Huni Kuin, von Living Gaia e.V. und dem Instituto Yubekã vertreten sein. 

Biodiversitäts-Management

Das neu errichtete Schutzgebiet wird zur Erholung der Flora und Fauna in der Region dienen. Der erste Schritt ist eine Inventur der Artenvielfalt. Darauf aufbauend erstellen wir gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung einen Management-Plan für die nachhaltige Nutzung. 

Monitoring

Um das Gebiet dauerhaft vor illegaler Rodung und Wilderei zu schützen, werden wir es mithilfe von Satellitendaten und remote sensing überwachen. Zusätzlich wird die lokale Bevölkerung mithilfe von interaktiven Apps zum Monitoring beitragen.

Agroforstsystem und Ernährungssicherheit

Die Ernährungssicherheit vor Ort zu garantieren, ist von zentraler Priorität. Ein Plan für ein Agroforst-System wurde bereits erstellt. Derzeit wird das Projekt zusammen mit den Bewohnern des Landes umgesetzt. Darüber hinaus werden wir die Zucht von Kleintieren fördern, um den Jagddruck auf wildlebende Arten zu verringern.

Aufforstung

800 der 16.000 Hektar des Landes sind abgeholzt. Die noch bewaldete Fläche ist teilweise degradiert. Wiederaufforstung ist dringend erforderlich, um das Land vor Erosion zu schützen und die Artenvielfalt zu erhalten. Derzeit forsten wir in Zusammenarbeit mit unseren lokalen Partnern große Teile der ehemaligen Rinderweide auf. Einheimische Hartholzarten werden so vor dem Aussterben bewahrt, während Obstbäume zur Erhöhung des Einkommens und der Ernährungssicherheit der lokalen Bevölkerung beitragen. 

Unterstützen Sie das Schutzprojekt Tarayá

 

Als gemeinnütziger Verein sind wir auf Spenden angewiesen. 

Hier können Sie direkt das Projekt Tarayá unterstützen. 
Geben Sie dazu im Feld "Betreff" das Stichwort "Tarayá" ein. 


Alle Spenden sind von der Steuer abzugsfähig. 

 

Spenden können Sie per Überweisung an unser Vereinskonto

Living Gaia e.V.
 IBAN: DE48 4306 0967 1150 1986 00
BIC: GENODEM1GLS
 

oder über unsere Spendenseite 

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